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HerzensBerufung finden und leben

Geh wohin Dein Herz Dich ruft

 

Unser Blog zu den zentralen, wichtigen Fragen des Lebens.

Eine Nacht nochmal überschlafen und dann fange ich an.

Ich würd ja so gerne… ach nee, ich lass das mal lieber… ist ja doch nicht so schlimm!

Hast Du Dir das auch schon öfters gedacht? Oder sogar zu Freunden oder Kollegen gesagt?

Das hören wir immer wieder. Jemand will in seinem Leben etwas ändern, weil da was schiefläuft z.B. muss ein neuer Job her. Der aktuelle Job nervt und laugt aus. „Es reicht. Ich muss das jetzt ändern.“ Das hat er oder sie fest vor. Es ist soweit. Das spürt er oder sie ganz dolle. „Ich pack das jetzt an.“ Mut-Ausbruch. Der Entschluss steht fest. Ein klares kräftiges „JA, ich mache das jetzt. Ich suche mir eine neue Arbeit. Eine die mich wirklich ausfüllt, die zu mir passt und sogar Spaß macht.“

 

Und dann folgt die Nacht. 

„Eine Nacht nochmal überschlafen und dann fange ich an.“
Es ist ja immer gut, nochmal wichtige Entscheidungen zu überschlafen. Und dann auf den Bauch oder das Herz zu hören. Gleich morgens. 

Doch dann am Morgen ist es klar: „Nein, das mache ich doch nicht. So schlimm ist es ja gar nicht. So schlecht geht es mir auch wieder nicht. Anderen geht es vieeel schlechter als mir. Ich weiss auch nicht, ob es mir dann wirklich besser geht. Das kann ich auch noch später tun.“

Was passiert eigentlich in dieser Nacht? 

Du legst Dich ins Bett, inspiriert, ermutigt, ja geradezu wild entschlossen, die lange schon anstehende Veränderung, den neuen Job, anzugehen. Und die Gedanken laufen, zunächst noch hoffnungsfroh alles noch mal durchdenkend. Doch so nach und nach schmuggeln sich zweifelnde Gedanken rein. Das Gefühl kippt. „Was, wenn ich mich wieder irre? Warum sollte es woanders besser sein? Ha, die haben grad auf mich gewartet.“ Die Erinnerung an die letzten Niederlagen und Enttäuschungen wird immer stärker. Angst kriecht unter die Bettdecke. Du spürst die Enge in der Brust. Das Atmen wird schwerer. Und im Magen hast Du sowieso schon ein flaues Gefühl. „Das fühlt sich gar nicht gut an.“ 

Es durchzuckt Dich: „Vielleicht ist das doch nicht das Richtige für mich.“ Kaum gedacht und schon wird es leichter. Erleichterung macht sich im ganzen Körper breit. Das fühlt sich besser an. Tiefes Durchatmen. Es ist noch nicht gut. Aber schon viel besser. Folgende Gedanken machen sich breit: „Ich lass das mal lieber.“ Das fühlt sich besser an. „Ist ja doch nicht so schlimm.“ Noch besser. „Mir geht es ja gar nicht so schlecht.“ Wieder besser. „Anderen geht’s vieeel schlechter als mir.“ Jetzt geht’s mir schon fast wieder gut. Ich bin beruhigt. Schlafe ein. Gute Nacht. 

Was war das jetzt? 

Hat sich die Situation in irgendeiner Art und Weise verändert? Nein. Überhaupt nicht. Der Job ist der gleiche. Die Kollegen, der Chef, die Aufgaben ebenso. Das was sich geändert hat, waren die Bewertungen - Deine Bewertungen. Dahinter steckt der „Bodyguard“. 

Jeder Mensch hat einen Bodyguard. Du auch. Der Bodyguard hat eine wichtige Aufgabe. Er beschützt Dich. Er passt auf Dich auf. Und das hat er bis jetzt gut gemacht, denn sonst könntest Du diese Zeilen nicht lesen. Er meldet sich sofort, wenn Du etwas verändern willst, auch wenn Du etwas Neues beginnen willst. Dann kommt die Angst. Die Angst vor Veränderung. Die Angst, vor dem Unbekannten. Und die Angst vor der Enttäuschung und dem Versagen.

Das ist alles ganz normal. So sind wir gebaut. Die Hirnforschung kann diesen Vorgang ganz genau erklären.

Es bleibt die Frage offen, wie bekommst Du trotzdem eine Veränderung hin?

Wie kannst Du eine ungeliebte, belastende Situation verlassen? Nun, auch Du hast es schon öfters hinbekommen. Erinner Dich. Du warst Single und dann hast Du Dich verliebt. Zu der neuen Beziehung hast Du „JA“ gesagt. Du hast es gewagt. Hast vorher abgewägt, drüber nachgedacht, auf Dein Herz gehört und dann eine Entscheidung gefällt. Für den neuen Partner*in. Obwohl Du schon abgewiesen wurdest, tiefe Täler nach einer Trennung durchlebt hast. Trotz allem hast Du es wieder gewagt. Obwohl Dein Bodyguard aktiv war. Diese Angst vor einer erneuten Verletzung und Enttäuschung.

Was ist hier anders? 

Dein Bedürfnis nach einer Partnerschaft hat Dich angetrieben. Es war so brennend, dass Du sicher einiges dafür unternommen hast. Das Bedürfnis war stärker als Dein Bodyguard. Du warst Dir sicher, dass es das Richtige für Dich ist, diesem Bedürfnis nachzugehen. Du hast es gewollt. Wirklich gewollt. Es war so verlockend, dass Du jedes Risiko eingegangen bist. Du hattest eine klare Vorstellung, wie es dann sein würde. Einen Traum, der sich so ganz realistisch und echt angefühlt hat.

Neuland?

Bei dem neuen Job hast Du eher die Erfahrung, dass es nicht klappt. Es wird bestimmt nicht besser als der alte Job. Warum auch. Dir fehlt die genaue Vorstellung, wie denn der neue Job sein müsste. Interessant soll er sein. Aber, was heisst das genau? „Ach, keine Ahnung.“

Das ist bei größeren Veränderungen meistens so. Du hast noch keine Referenz, keinen Vergleich. Du kannst es Dir auch nicht richtig vorstellen. Woher auch. Du weißt nicht, wie die neue Situation oder der neue Job in allen Details gestaltet sein muss, damit er für Dich richtig passt. Du weißt nicht, wie es sich anfühlt. Du hast da noch keine Erfahrung.

Eigentlich weißt Du nicht, wo Du mit Deinem Leben hinwillst. Bisher hast Du meist gemacht, was man Dir geraten hat. Was Du wirklich willst, hat Dich niemand gefragt. Und wenn Dich jemand gefragt hätte, hättest Du keine Antwort gewusst. Weil Du es einfach nicht weisst. Und meist ist da noch das Gefühl, dass das noch nicht alles gewesen sein kann.

Sei jetzt nicht sauer. Das ist bei sehr vielen Menschen genau so. Du bist damit nicht allein. Die wenigsten Menschen haben sich die Frage nach dem Sinn ihres Lebens gestellt. Und schon gar nicht freiwillig. Das ist ja auch schwer. Niemand hat Dir beigebracht, wie man mit dieser Frage umgeht, oder sie gar löst. Das ist der Grund für dieses unspezifische Unbehagen, welches so viele Menschen quält. 

Dennoch stellt sich genau diese Frage allen Menschen. Manche haben einen Zusammenbruch, einen Unfall, einen schweren Verlust und stellen sich dann diese Frage:


Weshalb bist Du hier? 

Was ist der Sinn Deines Lebens? 

Was ist Deine Lebensaufgabe oder Berufung?

Das sind alles verschiedene Formulierungen für ein und dieselbe Frage. Du kannst auch niemand danach fragen, denn die Antwort schlummert in Dir. Tief im Inneren weisst Du es. 

Es ist Dir nur nicht bewusst. Du kannst nur eine vage Vorstellung davon haben, denn Du kennst Deine Berufung noch nicht. Ganz zu schweigen davon, dass Du Deine Berufung lebst. Es bleibt eigentlich nichts anderes übrig, als den Weg nach innen zu gehen.

Die eigene Berufung erkennen, wird oft mit „verliebt sein“ beschrieben. Man hat eine enorme Energie. Alles ist sehr klar. Man weiss ganz genau, was man will. Die eigene Berufung zu leben, fühlt sich so an, als sei man angekommen - zu Hause. Alles fühlt sich sehr lebendig an. Es kribbelt. Von unseren Klienten hören wir oft: „Es fühlt sich an, als wäre ich verliebt, aber da gibt es niemanden.“ Also keinen Mann oder keine Frau. Die Kenntnis der Berufung gibt Orientierung. Entscheidungen werden einfach. Man weiss, was man tun möchte, ja fast tun muss. 

Es heisst nicht, dass es ein Zuckerschlecken wird oder dass es keine Hindernisse mehr gibt. So ist es nicht, aber der Umgang damit wird viel leichter. Das nächtliche Gedankenkarussell stoppt. Du fühlst Dich immer öfter glücklich und erfüllt. Dein Leben macht wieder richtig Spaß. Genieße es. 

Wir wünschen Dir einen erholsamen Schlaf.
Astrid & Detlef